Geschichte - Von der Idee bis zum ersten Lager


Nachdem im Jahre 1968 Pfarrer Weigel, der Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde St. Markus in Erbach, versetzt wurde, bekam die Pfarrgemeinde mit Bernhard Krause einen neuen Pfarrer, der aus Bad Homburg in den schönen Rheingau wechselte.

Da er in seiner Bad Homburger Zeit bereits ein Zeltlager miterlebt hatte und begeistert davon war, kam ihm die Idee für die Gründung eines Zeltlagers in seiner neuen Gemeinde, die seine Idee mit viel Interesse aufnahm. So fand er einige Personen, die ihm bei der Organisation vor und im Lager behilflich sein wollten.

Einer der wichtigsten Grundsätze war hierbei, dass es jedem finanziell möglich sein sollte, am Lager teilnehmen zu können, weshalb die Kosten für den Teilnehmer sehr niedrig gehalten wurden. Familien, die es sich dennoch nicht leisten konnten, bekamen zudem noch Unterstützung durch die Pfarrgemeinde.

Kleines Gruppenbild aus dem Jahre 1971


An einem Sonntag im Sommer 1969 war es dann auch direkt soweit, dass die Pfarrgemeinde ihr erstes Zeltlager für Jungen ab 9 Jahren (ab der heiligen Erstkommunion) in Reith in der Nähe von Aschaffenburg ausrichtete. Bereits ein Tag vorher betrat der „Vortrupp“ die Wiese in Reith, um alle Zelte, die vom Rheingau-Kreis geliehen wurden, aufzubauen. Neben Bernhard Krause waren als Lagereltern das Ehepaar Erich und Elsbeth Recke dabei und kümmerten sich um das leibliche Wohl der Teilnehmer. Zudem gab es noch einige junge Erwachsene, die als Lagerleiter mit ins Lager fuhren und bei der Organisation des Programms halfen.

Der Platz besaß, wie zu erwarten, keine sanitären Anlagen, da es sich um eine normale „Kuhweide“ handelte. Stattdessen wurde eine Donnerbalkengrube per Hand ausgehoben, ein Balken darüber gelegt und darum ein kleiner Sichtschutz aus grünen Zweigen und Ästen aufgestellt.

Elsbeth Recke bei der Essensvorbereitung 1971


Die besondere Attraktion im Lager neben vielen Spielen und einer Menge Spaß war der Besuchersonntag, an dem alle Eltern und Freunde in das Lager eingeladen wurden. Bei Erbsensuppe und Kuchen wurden die Eindrücke der ersten Lagerwoche ausgetauscht. Als Highlights gab es außerdem einen Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Zeltplatz und zum Abschluss ein großes Fußballspiel der Kinder gegen die Eltern.

Nach zwölf Tagen, die wie im Fluge vergingen, war es soweit und alle traten wieder die Heimreise an.

Seit diesem erfolgreichen Lager wurde jedes Jahr wieder ein Zeltlager ausgerichtet bis zum heutigen Tage.

1972 - Spiel und Spaß im Aufenthaltszelt



Weitere Entwicklung des Lagers


Im Jahre 1972 war es dann auch soweit, dass ein Zelt, bestehend aus 10 Mädchen unter der Leitung von Ursula Crass, auf Probe am Lager teilnehmen durfte. Da dies auch ohne weitere Probleme funktionierte, durften auch in den Folgejahren Mädchen am Zeltlager teilnehmen und die Anzahl an weiblichen Teilnehmern stieg von Jahr zu Jahr.

1979 übernahm Bernhard Krause neben der Pfarrgemeinde Erbach auch noch die Pfarrgemeinde Hattenheim als Pfarrer. So kam es dazu, dass er auch hier seine Idee in die Gemeinde brachte. Jedoch sollte kein neues gemeindeinternes Lager entstehen, sondern ein Zeltlager zusammen mit der Erbacher Gemeinde. Diese Idee fand in beiden Gemeinden großen Anklang und so wurde im selben Jahr zum ersten Mal ein gemeinsames Lager beider Pfarrgemeinden ausgerichtet. Jedoch lag die Hauptorganisation immer noch hauptsächlich bei den Erbachern. Mit der Zeit entwickelte sich aber ein Gleichgewicht.

Lagergericht 1971


Im Laufe der Jahre konnten durch diverse Einnahmen und Spenden eigene Zelte und andere Dinge für das Lager angeschafft werden und mussten dadurch auch nicht mehr vom Kreis ausgeliehen werden.

Weiterhin wurde Anfang des Jahrtausends von ein paar damaligen Mitgliedern der Lagerleitung und Küche ein Förderverein mit dem Namen „Zeltlagerfreun.de“ gegründet, der es ehemalig beteiligten, aber immer noch zeltlagerbegeisterten Menschen, ermöglichen sollte, das Lager zu unterstützen. Der volle Gewinn aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und anderen geldbringenden Aktionen geht hierbei zu 100% direkt an das Zeltlager. Zudem dient der Verein als Austauschplattform aller ehemaligen Teilnehmer.


Wer weiß noch etwas?


Wir nehmen gerne Verbesserungen, Ideen und weitere Fakten zur Geschichte des Lagers auf. Wenn noch jemand etwas weiß, was noch erwähnt werden sollte, sind wir dafür natürlich offen. Bitte meldet euch einfach hier.

-Wolfgang Müller-